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| inbrevi verlag ... der Kleinstverlag für das besondere Buch ... Bodenhof 2 Tel. 0041 (0) 41 854 47 95 |
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Echo von Grindelwald 03. März 2006 Gemeinsam in Erinnerungen geschwelgt Die Grindelwalder Margrith Bohren und Dres Balmer lasen aus «Arrivée und Départ» Sie kamen und gingen, die Gäste von damals, als Margrith Bohren und Dres Balmer mit Kinderaugen die Hotellerie erlebten. «Arrivée und Départ» haben sie ihren ersten gemeinsamen Erzählband getauft. Am Freitagabend lasen die beiden Heimweh-Grindelwalder daraus vor.
«Und ich frage mich: Haben alle Erinnerungen an Gletschkrachen mit quietschendem Holz zu tun?» Dres Balmer und Margrith Bohren. Foto: Yvonne Zurbrügg Dres Balmer wuchs im Hotel Central Wolter auf, Margrith Bohren gleich nebenan im Bernerhof. Ihre Jugend verbrachten sie in einer Zeit, in der sich Grindelwald wie Dres es in einer seiner Geschichten schildert vom Wintersportplatz zum Weltkurort mauserte. Dermassen einschneidend waren die Entwicklung der Firstbahn, des Funis und des Kinos zum Beispiel, dass sich die Geschichten beider Autoren mehrmals im Grunde gleichen. Auch wenn die Miniaturen den selben Stoff behandeln, verwenden sie aber beide ein ganz eigenes Schnittmuster. Und vor allem eine unterschiedliche Bezeichnung für das Gletscherdorf: Margrith Bohren nennt es «Gletschermühle», Dres Balmer «Gletschkrachen». Unterschiedliche Brennweite «Arrivée und Départ» hat im vergangenen Oktober seine Vernissage erlebt. Herausgekommen in Margrith Bohrens Verlag «inbrevi» in Küssnacht am Rigi, fand die Vernissage im Kanton Schwyz statt. Am Freitagabend lasen die beiden Autoren zum ersten Mal in Grindelwald aus ihrem Erzählband. Die Dorfbibliothek, die Gemeinde, Grindelwald Tourismus und der Verein Pro Grindelwald hatten den Anlass organisiert. Dres Balmer las zum Auftakt unter anderem «Grüssen». Seine heitere Kurzgeschichte zum Grussverhalten in «Gletschkrachen»; von seinen eigenen Angewohnheiten und vom Stolz, als Weggezogener unerkannt einen Grindelwalder mit Namen zu grüssen. Auch «Kino», die Erzählung rund um seine Schwester, die halb illegal regelmässig zum Filmerlebnis kam, liess er nicht aus. Und gerade bei dieser touristischen Institution bewies sich die unterschiedliche Brennweite: Margrith Bohren nämlich schildert ihre Erlebnisse mit dem «Lichtspieltheater» in «Gletschermühle» aus ganz einer anderen Sicht. Sie erinnert sich an die gespielten Reprisen, verstrickt deren Titel elegant im Fliesstext und sinniert über den Dauerbrenner «Sein bester Freund» von Louis Trenker. Observation und Erinnerung Rund siebzig Personen erwarteten die einstündige Lesung im Speisesaal des Kreuz & Post. Den meisten waren zwar beide Autoren mit ihrer Stilistik bekannt, auf die gemeinsame Arbeit waren aber alle gespannt. Vor rund zwei Jahren begegneten sich Margrith Bohren und Dres Balmer zufällig wieder. Dres besass schon ein fast pfannenfertiges Manuskript, Margrith einzig ein paar Geschichten in einer Schublade. Von der Idee, ein Buch herauszugeben, das die Handschrift zweier Autoren trägt, war sie aber derart begeistert, dass sie trotzdem zusagte. Ohne grosse Absprachen entstand «Arrivée und Départ» darum die Themenüberschneidungen. Während der Lektüre findet sich jeweils kein Hinweis, welcher Quelle der jeweilige Text entsprungen ist. Der flinke Leser findet auf Anhieb die Eselsbrücke: Die kursiv gedruckten Geschichten sind Beobachtungen Bohrens, die anderen Balmersche Erinnerung. Der Austausch mit dem ehemals benachbarten und nun schreibenden Pendant ist gelungen. Die Pointen sitzen, in den Erinnerungen hat sich der eine oder andere bestimmt selbst erkannt vielleicht schon während der Lesung, sonst bestimmt auf dem Nachhauseweg. |
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